Biowein - Weinglas:
Glas
- kommt in der Natur als Bestandteil kieselsäurereicher vulkanischer Schmelzen vor, dem sogenannten Vulkanglas.
Wir verstehen heute unter Glas einen durchsichtiges teils gefärbtes Silikatgemisch, das nach der Formgebung erkaltet.
Das Wort Glas
- stammt aus dem althochdeutschen und hieß damals schon "glas". Es besaß ursprünglich den Bedeutungskreis "leuchtender Glanz" und wurde auch statt des Wortes Bernstein benutzt. Mit dem Schwinden der Bedeutung des Werkstoffes Bernstein, und die Einführung des Glases durch die Römer, geht die Bedeutung auf das Wort Glas über.
Der Vorläufer des heutigen Weinglases war das Waldglas.
- Wobei, laut Grimm, im Mittelalter der Wein vornehmlich aus "Becher, Kelch, Kopf oder Stauf von Holz oder Metall oder Horn" genossen wurde. Das Wort Weinglas kam möglicherweise Ende des 15 Jahrhunderts in Nürnberg auf und fand von dort seinen Eingang in die Deutsche Sprache: "darnach ein jeder zum weinglas greif / und sauf nit mar, da drin müg sein. - Das Wort erhält jedoch schon früh auch die Bedeutung von "zechen". So ist bei Hans Sachs der Satz zu finden: "Weingläser thund umb mein hals hencken."
Waldglas, da Glasmacherwerkstätten aus Feuerschutzgründen nicht in der Städt angesiedelt werden durften.
- So suchten sich die Glasmachermeister ein Gelände im Wald, das den geeigneten Sand - Flusssand oder verwitterter Sandstein aufwies. Waldglas war zumeist grünlich, da der Sand Eisenoxid enthielt. Zur Herstellung benötigt wurden zwei Teile Asche und ein Teil Quarzsand. Diese wurden zum Gemenge gemischt, danach zur Fritte gekocht, und schließlich in fünf Schritten zum Glas erschmolzen. Dieser Vorgang dauerte ca 18 Stunden. Danach ging der Schürer, der den 0fen heizte, zum Klopfen, das heißt er weckte - egal zu welcher Stunde - die Glasmacher, die das Glas dann verarbeiteten - wozu sie ca. 12 Stunden benötigten. In der Hauptsache wurden Butzenscheiben gefertigt. Runde Scheiben mit bis zu 12 cm Durchmesser, mit denen die Fenster gefüllt wurden. Daneben wurden aber auch Becher und andere Trinkgefäße hergestellt.
Der Becher
- ist zumeist ein henkelloses Trinkgefäß, oft aus Glas;
Der Kelch
- ist ein Gefäß welches aus: Schale (Cuppa), Griffstück (Nodus), Schaft (Stilus) und Fuß (Pes) besteht.
Diesem ähnlich ist der Pokal,
- sein Ursprung soll in der Gotik liegen; dem Kelch ähnlich, wird er seit dem Mittelalter zunehmend zum Prunkgefäß, oft mit Deckel. In dieser Form erhielt er sich bis ins 18. Jahrhundert.
Daneben findet der Krug Verwendung,
- ein Trinkgefäß mit Henkel aus Glas, Porzellan oder Steingut, welcher bei Goethe im Faust Verwendung findet:
"So nehmet euch den schönsten Krug,
Den wir mit frischem Trunk gefüllt,
Ich bring' ihn zu und wünsche laut,
Daß er nicht nur der Durst Euch stillt;
Die Zahl der Tropfen, die er hegt;
Sei Euren Tagen zugelegt."
Unser Weinglas
- stammt von der Form her vom Kelch - die Schale des Glases heißt auch so - bzw. vom Berkemeyer Becher, dem Vorgänger des Römer ab. Dieser besitzt dem Kelch, ähnlich eine Schale und neben dem Fuß einen konisch zulaufenden Schaft - oft wie der Berkemeyer mit Nupen oder wie beim Römer mit Beeren.
Das Weinglas sollte
- dünnwandig sein;
- möglichst glasklar und durchsichtig, um die Farbe des Weines besser beurteilen zu können.
- Eine bauchige Form bietet dem Wein die Möglichkeit zum atmen - dem Austausch mit Luftsauerstoff.
- Eine hochgeschlosse sich verjüngende Wandung gestattet der Nase die olfaktorischen Genüsse einzufangen.
- Diese Aspekte ergründete der als "Glasprofessor" titulierte Claus Josef Riedel. Der 1958 mit seiner Glasserie Sommeliers zum Vater aller modernen Weingläser wurde. Sein Bemühen ging dahin, dem Weinglas eine Form zu geben, dass - je nach Rebsorte - der Wein die beste Fläche der Zunge zu erst benetze um so den optimalen Geschmackseindruck des Weines zu erhöhen.
Bleikristallgläser
- haben den Vorteil grobporiger zu sein. Sie verfügen daher über ein größer Oberfläche, von der der Wein verdampfen kann, sind also für den Weingenießer bestens geeignet.