Christian Friedrich Daniel Schubart"Das Verdienst wird nicht mehr nach Kopf, Herz und Taten, sondern nach der Biegsamkeit unseres Rückgrats bestimmt!" - Was ist das: Geistvoller Humor, Zynismus und Ironie - Eigenschaften die Interesse wecken; Der Autor: Schubart - Schubart?Schubart wurde am 26.03.1736 in Obersontheim geboren, mitten hinein in provinzielle Kleinstaaterei, und Duodezfürstentümer, an denen er sich sein Leben lang reiben sollte. 1740 zogen seine Eltern mit ihren Kindern nach Aalen - "In jene Stadt, die, verkannt wie die redliche Einfalt, schon viele Jahrhunderte im Kochertal genügsame Bürger nährt - Bürger von altdeutscher Sitte, bieder, geschäftig, wild und stark wie ihre Eichen, Verächter des Auslands, trotzige Verteidiger ihres Kittels, ihrer Misthäufen, und ihrer donnernden Mundart wurde ich erzogen." - Das heißt, hier besuchte Schubart die Schule und hier lernte er durch einen preußischen Webeoffizier die ersten fünf Gesänge des Messias von Klopstock kennen, was für ihn eine poetische Offenbarung war. Seine Liebe zu de Dichter blieb bestehen, noch in seiner "Deutschen Chronik" nannte er Klopstock "Deutschlands größtes Genie" Desweiteren lernte er durch seinen Vater, der in Aalen Praezeptor und Musikdirektor war, Klavier zu spielen, er wurde darin so gut, dass er mit 12 Jahren den Vater übertraf... -Mit 14 im Lyzeum in Nördlingen: häufig Ärger wegen zu freiem Umgang mit den Handwerksburschen, wegen unzüchtiger Billets, oder gar, weil er seine musikalischen Fähigkeiten zur geselligen Unterhaltung missbrauchte... - Schubart begann volksliedhafte Gedichte zu verfassen, die meisten gelten heute als verschollen. - Während des Siebenjährigen Krieges entstehen Gleims Kriegslieder, die 1758 in Buchform erscheinen. Schließlich schickt ihn der Vater zum Studium nach Jena, der Junge verirrt sich jedoch nach Erlangen wo er blieb, bis in Schulden für vier Wochen ins Gefängnis bringen - der verloren Sohn kehrt heim und lebt teilweise als Hauslehrer teilweise als Aushilfsprediger, jedoch ohne viel Erfolg er benutzte die Reimform... - ferner organisiert er die örtliche Stadtmusik, und ab und an fällt ein Zubrot ab: Gelegenheitsdichtung. Anlässlich einer Ode auf den toten Franz I wurde Schubart der kaiserliche Poetentitel verliehen - "eine Ehre, deren schon so manches poetisches Rindvieh gewürdiget worden." So der Dichter. - 1763 scheint Ruhe in das Leben des Hitzkopfes zu kehren: er wird in Geislingen Schuladjunkt und Organist, heiratet im Jahr darauf Helene Bühler und bringt dann, wenn nimmt's Wunder, die Geistlichkeit gegen sich auf mit der Antwort: - auf die Frage was er über den Hauptmann von Kapernaum predigen würde - "Du Hauptmann von Kapernaum,/ Schlag diesen Pfaffen lahm und krumm,/ Und schlägst du ih die Rippe ein/ So sollst du Oberstleutnant sein." - Die folgenden 10 Jahre widmet sich Schubart als Pädagoge den Ideen Rousseaus, lässt seine Schüler etwa die Geschichte von Plimppplamp niederschreiben... versenkte sich in Bücher und schrieb selbst welche: 1766 erschien "Die Badkur", 1767 "Todesgesänge" beides Gedichtsbände. Zwei Jahre darauf folgt die Berufung an den Hof von Ludwigsburg. Der dortige Despot - Karl Eugen -, der ihm zum Verhängnis werden sollte, träumte von Versailles. Schubart tauchte am Hof auf und in den Vergnügungen unter... - Es kam zur Trennung mit seiner Famile und zum Bruch mit der Obrigkeit - Schubart als Tausendsassa im Streit mit den Oberen am liebsten mit den Jesuiten. Am 31.März 1774 gibt er erstmalig die "Deutsche Chronik" heraus. Ein zweimal wöchentlich erscheinendes antijesuitisches Blatt, welches Pädagogik, Literatur und Politik vermitteln sollte. Lange sollte diese Episode jedoch nicht währen; 1775 war Schubart zwar nach Ulm gezogen, hatte sich mit seiner Frau versöhnt - und genoss den Schutz der freien Reichstadt - war jedoch stetig beäugt von Karl Eugen, der ihn schließlich am 22. Januar 1777 unter einem Vorwand aus der Stadt locken und auf dem Asperg zehn Jahre einkerkern. 1785 erschienen Gedichte von ihm, zwei Jahre danach wird er gebrochen entlassen. Er publiziert weiter unter anderem u.a. seine "Chronik" bis er schließlich am 10. Oktober 1791 stirbt... Zurück blieben seine 1775 veröffentlichte Erzählung "Zur Geschichte des menschlichen Herzens", die Schiller als Vorlage für die "Räuber" diente, der junge Hölderlin der geschwärmt hatte:"Es wäre eine Freude, eines solchen Mannes Freund zu sein."Peter Härtling schrieb einmal: "Er wäre nämlich heute so unbequem wie er es damals war. Darum gerät mit in Vergessenheit, was uns bewegen könnte: Eine Handvoll Gedichte; einige grandiose Zeitungsartikel und nicht zuletzt ein Bündel von Briefen, in denen ein gehetzter Hetzer seine Verwundungen preisgibt, höhnt und um Liebe bettelt, sich verstell und zuschlägt. Es könnten Lehren sein..." |